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Was alles sollten Christen meiden?

Beantwortet am 22. Dezember 2025 12 Quellen

Was Christen meiden sollen


Kurz gesagt

Christen sollen alles meiden, was sie von Gott trennt oder der Liebe zum Nächsten widerspricht – vor allem jede schwere Sünde, bewusste Gelegenheiten zur Sünde, glaubensfeindliche und okkulte Praktiken, Unkeuschheit, Ungerechtigkeit, Hass, Gewalt, Süchte sowie Respektlosigkeit gegenüber Gott und dem Heiligen. Maßstab ist immer: Dient etwas der Liebe zu Gott und den Menschen oder beschädigt es sie – im Zweifel hilft eine gut gebildete Gewissensentscheidung, das Gespräch mit einem Priester und die Gnade der Sakramente.

Grundsätzlich gilt: Christen sollen alles meiden, was sie von Gott trennt oder der Liebe zu Gott und dem Nächsten widerspricht (vgl. Mt 22,37–401).

1. Sünde und Gelegenheiten zur Sünde

  • Schwere (Tod-)Sünde: Bewusst und freiwillig in einer wichtigen Sache gegen Gottes Gebot handeln (z. B. Gotteslästerung, schwere Unkeuschheit, schwere Ungerechtigkeit, Hass, Abtreibung, schwere Verletzung der Wahrheit). Vgl. 1 Joh 5,16–172; KKK 1854–1861.
  • Leicht (lässliche) Sünde: mindere Materie oder unvollständige Zustimmung, aber dennoch echte Abkehr in etwas von der Liebe (KKK 1862–1863).
  • Nahe Gelegenheiten zur Sünde: Situationen, Orte, Medien, Beziehungen, in denen man erfahrungsgemäß leicht fällt (z. B. bestimmte Internetseiten, Cliquen, Gewohnheiten). Christen sollen sie – soweit möglich – meiden oder bewusst umgestalten.

2. Alles, was den Glauben schwächt

  • Glaubensfeindliche Ideologien, die Gottes Existenz oder die Würde des Menschen grundsätzlich leugnen oder relativieren.
  • Okultismus, Esoterik, Magie: Horoskope, Wahrsagerei, spiritistische Praktiken, Magie, Flüche, synkretistische „Energie-“Rituale, weil sie dem Vertrauen auf Gott widersprechen und mit dem ersten Gebot unvereinbar sind (vgl. Dtn 18,10–123; KKK 2110–2117).
  • Bewusster Konsum von Lästerungen (z. B. gezielt gesuchte gotteslästerliche Inhalte), wenn er den Glauben oder die Ehrfurcht schwächt.

3. Unkeuschheit und Missbrauch der Sexualität

  • Alle Handlungen gegen die von Gott gewollte Ordnung der Sexualität, die auf Ehe und Weitergabe des Lebens hingeordnet ist (Gen 1,27–28; KKK 2331–2359), u. a.:
    • Unzucht (außerehelicher Geschlechtsverkehr)
    • Ehebruch
    • Selbstbefriedigung
    • Pornographie (Konsum, Herstellung, Verbreitung)
    • Prostitution
  • Bewusste Anreizung zur Unkeuschheit: unsittliche Darstellungen, bewusst aufreizende Kleidung, Gespräche, Medien, wenn sie die Würde der Person zum Objekt machen (KKK 2354–2356).

4. Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit gegen den Nächsten

  • Verletzung der Gerechtigkeit: Betrug, Diebstahl, Ausnutzung von Menschen, ungerechte Löhne, Korruption (KKK 2401–2409).
  • Verletzung der Liebe: Hass, schwere Verleumdung, üble Nachrede, Mobbing, bewusstes Zerbrechen des guten Rufes (KKK 2477–2479).
  • Gewalt: körperliche und psychische Gewalt, Mord, Totschlag, Abtreibung, Euthanasie (KKK 2258–2330).

5. Alkohol, Drogen und andere Süchte

  • Missbrauch von Alkohol, Drogen, Medikamenten zur Berauschung oder Selbstzerstörung (KKK 2290–2291).
  • Suchthafte Verhaltensweisen, die Freiheit und Verantwortung zerstören (z. B. Spielsucht, exzessiver Medienkonsum), wenn sie die Pflichterfüllung, die Familie oder die Beziehung zu Gott und den Menschen schwer beeinträchtigen.

6. Respektloser Umgang mit Gott und dem Heiligen

  • Gotteslästerung, Sakrileg, Profanierung von Heiligem (KKK 2120–2128).
  • Bewusstes Versäumen der Sonntagsmesse ohne ernsthaften Grund (vgl. CIC can. 1247; KKK 2181).
  • Routine und Lauheit im Glauben, wenn man sich bewusst weigert, Gott zu suchen, obwohl man weiß, dass man es sollte (vgl. Offb 3,16; KKK 2094 über „Lauheit“ und „Trägheit im Geist“).

7. Stolz, Egoismus und Unversöhnlichkeit

  • Stolz: sich selbst an die Stelle Gottes setzen, die eigene Meinung absolut setzen, andere verachten (KKK 1866 über die „Hauptsünden“).
  • Hartnäckige Unversöhnlichkeit: Weigerung, zu vergeben, auch wenn der andere um Vergebung bittet oder Reue zeigt (vgl. Mt 6,14–15; KKK 2840–2845).

8. Maßstab: Liebe zu Gott und zum Nächsten

Alles Konkrete lässt sich an zwei Fragen prüfen:

  1. Trennt mich das von der Liebe zu Gott? (z. B. Verdunkelung des Glaubens, bewusster Ungehorsam gegen ein klares Gebot Gottes).
  2. Verletzt das die Liebe zum Nächsten oder zu mir selbst als Gottes geliebtes Geschöpf? (z. B. Verletzung der Gerechtigkeit, Respektlosigkeit, Selbstzerstörung).

Wo Unsicherheit besteht, empfiehlt die Kirche:

  • Gewissen bilden (Lesen von Schrift, Katechismus, geistliche Begleitung),
  • Beichte und Gespräch mit einem Priester,
  • um das Licht des Heiligen Geistes bitten, der das Gewissen erleuchtet (Joh 16,13).

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Quellen und weiterführende Fragen

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