Christsein und Glaube an Jesus als Sohn Gottes
Kurz gesagt
Der Glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist, gehört zum unverzichtbaren Kern des christlichen und katholischen Glaubens. Wer dies bewusst und ausdrücklich verneint, teilt den Glauben der Kirche in dieser zentralen Wahrheit nicht, auch wenn er getauft ist; wer aber ehrlich ringt oder zweifelt, bleibt eingeladen, im Glauben zu wachsen und sich tiefer unterweisen zu lassen.
Nach der verbindlichen Lehre der Kirche gehört der Glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist, zum innersten Kern des Christseins.
- Zeugnis der Heiligen Schrift
- Petrusbekenntnis: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16,161). Jesus bestätigt dieses Bekenntnis ausdrücklich (Mt 16,17–182).
- Johannes schreibt sein Evangelium „damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen“ (Joh 20,313).
- Wer Jesus als den Sohn Gottes bekennt, „in dem bleibt Gott“ (1 Joh 4,154; vgl. auch Joh 3,16–185).
Ohne dieses Bekenntnis ist der christliche Glaube im eigentlichen Sinn nicht mehr vorhanden, weil das Zentrum – wer Jesus ist – fehlt.
- Lehre der Kirche
- Der Katechismus bekennt im Anschluss an das Credo: „Jesus Christus ist der eingeborene Sohn Gottes“ (vgl. KKK 422–455, besonders die Abschnitte über das Christusbekenntnis der Kirche).
- Im Glaubensbekenntnis, das zur Tauf- und Sonntagsliturgie gehört, heißt es: „Ich glaube an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn …“ – dieses Credo ist Maßstab des kirchlichen Glaubens (vgl. KKK 185–197).
Christ oder Katholik im vollen Sinn ist, wer dieses Credo annimmt. Wer ausdrücklich verneint, dass Jesus der Sohn Gottes ist, lehnt einen wesentlichen Inhalt des christlichen Glaubens ab.
- Pastorale Unterscheidung
- Glaubenszweifel oder Unklarheit (z.B. „Ich verstehe das nicht richtig“, „Ich ringe damit“): Das ist menschlich und kommt vor. Die Kirche lädt dann zum weiteren Suchen, zur Katechese und zum Gebet ein. Ein solcher Mensch kann auf dem Weg des Glaubens sein und wird pastorale Begleitung brauchen.
- Bewusste und hartnäckige Verneinung („Ich lehne ab, dass Jesus der Sohn Gottes ist, und will das nicht glauben“): Das steht objektiv im Widerspruch zum Christsein. In diesem Fall kann man nicht im eigentlichen Sinn vom vollen katholischen Glauben sprechen, auch wenn jemand vielleicht formal getauft oder kirchlich registriert ist.
Kirchenrechtlich bleibt jemand durch die Taufe unauslöschlich als Getaufter geprägt (vgl. KKK 1272–1274), selbst wenn er den Glauben später ablehnt. Aber im Inhalt seines Glaubens ist er dann nicht mehr im Sinn der Kirche „gläubiger Katholik“, solange er den Glauben an Christus, den Sohn Gottes, zurückweist.
Zusammengefasst:
- Das Bekenntnis zu Jesus als dem Sohn Gottes gehört zum unabdingbaren Kern des christlichen Glaubens.
- Wer dieses Bekenntnis aus Unwissenheit oder Zweifel nicht erfassen kann, ist eingeladen, zu lernen und zu wachsen im Glauben.
- Wer es ausdrücklich und endgültig ablehnt, stellt sich inhaltlich außerhalb des Glaubens der Kirche, auch wenn die Taufe als unauslöschliches Zeichen bleibt.
Weiterlernen mit einem kostenlosen Konto
Markiere Antworten als verstanden, stell Rückfragen zu einzelnen Abschnitten und speichere Favoriten.
Quellen und weiterführende Fragen
Quellen
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
-
6
Matthäus 16,16-18 (öffnet Bibleserver in neuem Tab) Heilige Schrift
- 7
- 8
- 9