Sendung der Kirche: mehr als nur gesellschaftliche Ordnung
Kurz gesagt
Die Kirche ist nicht bloß eine Institution zur Regelung des Zusammenlebens. Sie ist von Christus gestiftet als Sakrament des Heils und Werkzeug der Gemeinschaft mit Gott und der Einheit der Menschen. Ihre Beiträge zu Moral, Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Ordnung sind Folgen dieser tieferen geistlichen Sendung.
Die Kirche versteht sich nicht in erster Linie als Institution zur bloßen Regelung des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Ihr Ursprung und ihre Aufgabe sind tiefer: Sie ist von Christus gestiftet, um das Evangelium zu verkünden, die Menschen zur Gemeinschaft mit Gott zu führen und sie auf dem Weg zum Heil zu begleiten.
- Wesen und Auftrag der Kirche
- Die Kirche ist „Sakrament des Heils“ und „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ (LG 1).
- Sie verkündet das Wort Gottes, feiert die Sakramente und führt so die Gläubigen zur Heiligung (vgl. KKK 774–776).
- Ziel ist letztlich die Gemeinschaft der Menschen mit dem dreifaltigen Gott in Zeit und Ewigkeit (vgl. Eph 1,3–101; KKK 759–762).
-
Beitrag für das menschliche Zusammenleben
Die Kirche hat zwar auch eine soziale und gesellschaftliche Dimension:
- Sie erinnert an die unveräußerliche Würde jeder Person (vgl. KKK 1930–1931).
- Sie bringt eine Soziallehre ein (Gerechtigkeit, Solidarität, Gemeinwohl) und hilft damit, das Zusammenleben zu fördern.
- Ihre moralische Lehre und ihre Caritas‑Werke wirken in Familie, Gesellschaft und Staat hinein.
Aber: Diese Aufgaben sind Frucht ihrer tieferen Sendung; sie ist nicht einfach ein „moralischer Verein“ oder eine Art religiöse Behörde für Ordnung und Regeln, sondern Gemeinschaft der Glaubenden, Leib Christi (vgl. 1 Kor 12,12–272; KKK 787–795), die aus der Beziehung zu Christus lebt.
-
Inneres Leben vor aller Organisation
Alle rechtlichen und organisatorischen Strukturen der Kirche dienen dem, was ihrem Wesen nach zuerst kommt:
- die Anbetung Gottes (Liturgie, vgl. SC 10),
- die Heiligung der Gläubigen in Wort und Sakrament,
- die Liebe zu Gott und zum Nächsten (vgl. Joh 13,34–353).
Daher: Die Kirche unterstützt gutes menschliches Zusammenleben, ist aber ihrem Selbstverständnis nach viel mehr – sie ist von Christus gesendet als Werkzeug des Heils und der göttlichen Liebe in der Welt.
Weiterlernen mit einem kostenlosen Konto
Markiere Antworten als verstanden, stell Rückfragen zu einzelnen Abschnitten und speichere Favoriten.
Quellen und weiterführende Fragen
Quellen
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
- 6
- 7
- 8