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Inwiefern hat Jesus das Priestertum als Weihesakrament eingesetzt?

Beantwortet am 10. Juli 2026 19 Quellen

Einsetzung des Weihesakramentes durch Christus


Kurz gesagt

Jesus Christus ist der eine Hohepriester des Neuen Bundes und Ursprung jedes priesterlichen Dienstes. Durch Berufung und Sendung der Apostel, besonders im Kontext des Letzten Abendmahls („Tut dies zu meinem Gedächtnis“), hat er den apostolischen Dienst eingesetzt, der durch das Weihesakrament sakramental weitergegeben wird. Die Kirche versteht das Weihesakrament als von Christus gewollte Fortführung seines eigenen Priestertums im Dienst der Verkündigung, der Feier der Sakramente und der Hirtensorge.

Die Kirche lehrt, dass Jesus Christus selbst Ursprung und Stifter des sakramentalen Priestertums ist. Das Weihesakrament ist nicht eine spätere kirchliche „Erfindung“, sondern eine sakramentale Ausfaltung dessen, was Christus in seinem Tun und Sprechen ein für alle Mal begründet hat.

1. Christus als einziger Hoherpriester

Das Neue Testament bezeugt Christus als den einzigartigen Hohenpriester des Neuen Bundes (vgl. besonders den Hebräerbrief). Alle priesterlichen Dienste in der Kirche haben nur Teil an seinem einen Priestertum:

  • „Es ist nur ein Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus“ (1 Tim 2,51).
  • Der Hebräerbrief spricht von Christus als dem Hohenpriester, der ein für allemal Opfer dargebracht hat (vgl. Hebr 7; 9–10).

Der Katechismus fasst zusammen: Das sakramentale Priestertum der Kirche ist eine Teilnahme am Priestertum Christi, des Hauptes (vgl. KKK 1544–1545).

2. Einsetzung im Kontext des Letzten Abendmahls

Die Kirche sieht die eigentliche Einsetzung des Priesteramtes im Zusammenhang mit dem Letzten Abendmahl, wo Christus auch die Eucharistie gestiftet hat:

  • Jesus spricht über Brot und Kelch: „Das ist mein Leib … Das ist mein Blut des Bundes…“ (vgl. Mt 26,26–282; Lk 22,19–203; 1 Kor 11,23–254).
  • Der Auftrag „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19; 1 Kor 11,24–25) wird vom kirchlichen Lehramt so verstanden, dass Christus die Apostel bevollmächtigt und beauftragt, in persona Christi das eucharistische Opfer zu feiern und so Hirten der Kirche zu sein.

Das II. Vatikanische Konzil sagt dazu: Das ministeriale Priestertum wird durch das Weihesakrament verliehen, „durch das die Priesterkraft den Bischöfen übertragen wird“ und das „die Apostel und ihre Nachfolger eingesetzt hat, das Geheimnis Christi zu verkünden und das eucharistische Opfer darzubringen“ (vgl. LG 28; Presbyterorum ordinis 2).

3. Berufung und Sendung der Zwölf

Christus bereitet die Einsetzung des Priesterdienstes durch die Berufung und Sendung der Zwölf vor:

  • Er ruft die Zwölf „damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende, zu predigen und mit Vollmacht die Dämonen auszutreiben“ (vgl. Mk 3,13–155).
  • Den Aposteln vertraut er besondere Vollmachten an: Sündenvergebung („Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben“: Joh 20,22–236), Bindung und Lösung (Mt 16,197; 18,18), Hirtenamt („Weide meine Schafe“: Joh 21,15–178).

Die Kirche versteht diese Vollmachten als zum Wesen des apostolischen Dienstamtes gehörig, das im Weihesakrament fortlebt. KKK 1536–1538 betont, dass das Weihesakrament die Männer, die es empfangen, zu „Hirten der Kirche“ macht, mit Vollmacht zu lehren, zu heiligen und zu leiten.

4. Sakramentale Gestalt des Priestertums

Lehramtlich klar ist:

  • Das Priestertum ist sakramental: Es wird durch ein sichtbares Zeichen (Handauflegung und Weihegebet) übertragen und verleiht ein unauslöschliches geistliches Prägemal (character) (vgl. KKK 1581–1583).
  • Diese sakramentale Gestalt wurde von der Kirche unter Leitung des Heiligen Geistes aus der apostolischen Praxis heraus entfaltet (vgl. Apg 6,1–69; 14,23; 1 Tim 4,1410; 2 Tim 1,611; Tit 1,512).

Wie genau Christus die heutige dreifache Stufe (Bischof – Priester – Diakon) „formell“ eingesetzt hat, ist nicht in allen Details biblisch beschrieben; hier spricht man theologisch eher von einer geschichtlichen Entfaltung eines von Christus gestifteten Grunddienstes (Apostelamt), der durch das Weihesakrament fortgeführt wird. Das ist eine zulässige theologische Deutung der biblischen und frühkirchlichen Zeugnisse.

5. Zusammenfassung der lehramtlichen Aussage

Verbindlich lehrt die Kirche:

  • Christus ist der eine Hohepriester und Stifter jedes priesterlichen Dienstes.
  • Er hat die Apostel berufen, bevollmächtigt und gesandt, sein Werk sakramental fortzuführen (besonders in Eucharistie und Versöhnung).
  • Das Weihesakrament ist das von Christus gewollte und von der Kirche bezeugte Mittel, durch das dieses apostolische Amt bis heute wirksam weitergegeben wird (apostolische Sukzession; vgl. LG 20–21).

In diesem Sinn hat Jesus das Priestertum als Weihesakrament eingesetzt: indem er die Apostel als Träger seines eigenen Priestertums bestellte und der Kirche auftrug, diese Sendung in der Form eines sakramentalen Dienstamtes durch die Zeiten hindurch weiterzugeben.

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